Pferd lahm? Die häufigsten Ursachen und was du sofort tun musst
Wenn dein Pferd plötzlich lahmt, kann das für dich und dein Tier eine beunruhigende Situation sein. Schnelles und korrektes Handeln ist entscheidend, um die Beschwerden zu lindern und langfristige Schäden zu vermeiden. In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen häufig hinter Lahmheit stecken und was du in der akuten Phase sofort tun solltest. Damit kannst du gezielt vorgehen und deinem Pferd die bestmögliche Unterstützung bieten.
Ursachen für Lahmheit bei Pferden erkennen
Um die Ursache für Lahmheit bei deinem Pferd zu erkennen, ist eine genaue Beobachtung des Verhaltens und der Bewegungsweise unerlässlich. Zunächst solltest du prüfen, ob dein Pferd beim Laufen oder Stehen Anzeichen von Unbehagen zeigt, wie z.B. Unebenheiten im Gang oder Hinken. Oftmals sind lokale Verletzungen an den Beinen oder Fesselgelenken die Auslöser. Diese können durch kleine Schnitte, Prellungen oder Läsionen entstehen, ohne dass es sofort sichtbar ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Hufprobleme, wie Hufabszesse, Verstauchungen oder ungleichmäßig abgenutzte Hufe. Solche Zustände führen dazu, dass das Pferd auf einem Bein weniger belastet und dadurch offensichtliche Lahmheit zeigt. Nicht selten liegen die Ursachen auch in Problemen mit Sehnen, Bändern oder Muskulatur, welche durch Überbelastung oder falsches Training verursacht werden können.
In jedem Fall sollte man vorsichtig sein und die unterschiedlichen möglichen Ursachen systematisch ausschließen. Das beinhaltet sowohl eine sorgfältige Untersuchung der sichtbaren Schädigungen als auch die Prüfung der Bewegungsabläufe. Bei Unsicherheiten ist es ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen, um schwerwiegendere Beschwerden auszuschließen. So kannst du sicherstellen, dass dein Pferd schnellstmöglich wieder schmerzfrei unterwegs ist.
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Sofortmaßnahmen bei akuter Lahmheit

Bei akuter Lahmheit ist es entscheidend, schnell zu handeln, um die Beschwerden deines Pferdes zu lindern und weitere Schäden zu vermeiden. Das erste Maßnahmen besteht darin, das Pferd in Ruhe zu versorgen. Sorge dafür, dass dein Tier ruhen kann und keine unnötige Belastung erfährt. Es ist empfehlenswert, den betroffenen Beinen hochzulegen, um Schwellungen vorzubeugen und die Durchblutung zu verbessern.
Als Nächstes solltest du das Bein genau untersuchen, ohne sofort viel Druck auszuüben. Überprüfe Hufe, Sehnen, Bänder sowie umliegende Stellen auf sichtbare Anzeichen von Verletzungen, Rissen oder Fremdkörpern. Falls vorhanden, kannst du das betroffene Gebiet vorsichtig kühlen, beispielsweise mit einem feuchten Tuch oder speziellen Kühlpackungen. Das Kühlen wirkt schmerzlindernd und reduziert mögliche Entzündungsreaktionen.
Wichtig ist zudem, Stress für dein Pferd zu minimieren und eine ruhige Umgebung zu schaffen. Wenn die Lahmheit sehr stark ist, das Pferd auffällig lahmt oder sich sogar weigert, aufzustehen, solltest du umgehend einen Tierarzt kontaktieren. Selbst wenn die Beschwerden abklingen, ist eine genaue Diagnose notwendig, um ernsthafte Probleme ausschließen oder behandeln zu können. Nur so kannst du sicherstellen, dass dein Pferd bald wieder schmerzfrei unterwegs ist.
Untersuchen auf Verletzungen oder Schmerzen
Wenn dein Pferd plötzlich lahmt, ist eine gründliche Untersuchung auf Verletzungen oder Schmerzen unverzichtbar. Beginne damit, das betroffene Bein vorsichtig abzusuchen und bei sichtbaren Schwellungen, Rötungen oder Fremdkörpern zu prüfen. Wichtig ist, dabei behutsam vorzugehen, um keine weiteren Schäden zu verursachen. Achte auch auf ungewöhnliche Verformungen, Schmerzen beim Berühren oder Bewegungseinschränkungen.
Ein gezielter Blick auf die Hufe kann Aufschluss geben: Überprüfe Schleifstellen, Risse oder Anzeichen von Entzündungen. Es lohnt sich, die Sehnen, Bänder und Muskeln im Unterschenkel sowie den Bereich rund um das Fesselgelenk genau zu inspizieren. Manche Verletzungen, wie z.B. kleine Schnitte oder Prellungen, sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, können aber starke Schmerzen verursachen.
Auch Beobachtungen im Bewegungsablauf sind hilfreich: Dabei kannst du feststellen, ob dein Pferd nur bei bestimmten Bewegungen humpelt oder schon bei geringer Belastung auffällig reagiert. Falls du Schmerzen vermutest, solltest du niemals versuchen, die Beschwerden selbst zu behandeln. Stattdessen empfiehlt es sich, die Schadstelle genau zu lokalisieren und bei Unsicherheit einen Tierarzt hinzuzuziehen. So kannst du frühzeitig ernsthafte Verletzungen ausschließen und deinem Pferd bestmöglich helfen.
Hufabszesse, Verstauchungen, Sehnenprobleme ausschließen
Um eine Lahmheit beim Pferd eindeutig zu erkennen und die genaue Ursache festzustellen, ist es wichtig, Hufabszesse, Verstauchungen oder Sehnenprobleme sorgfältig auszuschließen. Diese Zustände gehören zu den häufigsten Ursachen für plötzliche Lahmheit und sollten daher immer in Betracht gezogen werden. Zunächst solltest du das betroffene Bein genau untersuchen und auf Anzeichen von Schwellungen, Rötungen oder Fremdkörpern achten. Besonders bei Hufabszessen zeigt sich oft eine sichtbare Empfindlichkeit im Hufe, begleitet von Druckschmerz und manchmal sogar einem auffälligen Rinnsal an der Sohle.
Verstauchungen sind zwar schwerer auf den ersten Blick zu erkennen, doch auch hier können Bewegungs- und Belastungsänderungen Hinweise liefern. Achte auf plötzliche Bewegungsunregelmäßigkeiten oder Unruhe während des Gehens. Bei Verdacht auf Sehnenprobleme ist es ratsam, die Sehnen auf Verhärtungen, Schmerzen beim Berühren sowie Bewegungsschwierigkeiten zu prüfen. Dabei solltest du vorsichtig vorgehen, um keine weiteren Schäden zu verursachen.
Falls Unsicherheiten bestehen, empfiehlt es sich, einen Tierarzt hinzuzuziehen. Durch eine professionelle Untersuchung kann gezielt die Schwere der Verletzungen festgestellt werden. In einigen Fällen sind bildgebende Verfahren notwendig, um Sehnenrisse oder -entzündungen sicher zu diagnostizieren. Die frühzeitige Erkennung solcher Probleme ist entscheidend, um geeignete Behandlungsschritte einzuleiten und eine langfristige Genesung zu gewährleisten.
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| Ursache | Symptome | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Hufabszesse | Sensible Reaktion beim Druck, Rinnsale an der Sohle | Beobachten, kühlen, Tierarzt verständigen |
| Verstauchungen | Plötzliche Bewegungsunregelmäßigkeiten, Unruhe | Ruhe, Kontrolle durch Tierarzt, ggf. Ruhigstellung |
| Sehnenprobleme | Schmerzen beim Berühren, Bewegungseinschränkungen | Schonung, tierärztliche Untersuchung, ggf. Röntgen |
Tierarzt kontaktieren bei anhaltender Lahmheit

Der Tierarzt verfügt über die nötigen Mittel, um Ursachen präzise zu identifizieren. Dies kann eine gründliche Untersuchung, Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren einschließen. Nur mit einem klaren Bild der Verletzung können gezielt Maßnahmen eingeleitet werden. Während der Wartezeit ist es ratsam, das Pferd ruhend zu stellen, den betroffenen Bereich möglichst ruhig zu halten und weitere Belastungen zu vermeiden. Auch sollten potenzielle Risiken wie Fremdkörper oder eventuelle Wunden nicht unbeachtet bleiben, denn diese können die Situation verschlechtern. Die rechtzeitige Unterstützung durch einen Fachmann stellt sicher, dass schädliche Entwicklungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.
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Ruhe und Schonung für das Pferd sicherstellen

Mehr zum Thema: Ruhe und eine ruhige Umgebung für dein Pferd
Wenn dein Pferd lahmt, ist es besonders wichtig, sofort für Ruhe und Schonung zu sorgen. Zunächst solltest du den Bereich, in dem das Tier steht, so ruhig wie möglich halten. Vermeide plötzliche Bewegungen und unnötigen Lärm, um Stress zu reduzieren, der die Schmerzen verschlimmern könnte.
Das betroffene Bein sollte möglichst hochgelagert werden, um Schwellungen zu minimieren. Das erleichtert die Durchblutung und hilft, die Beschwerden zu lindern. Dabei kannst du eine weiche Unterlage verwenden, damit das Pferd bequem liegt. Während dieser Zeit ist auf eine trockene und saubere Umgebung zu achten, da Verschmutzungen eventuell zusätzliche Infektionen verursachen können.
Wichtig ist, dass dein Tier während der Genesungsphase keinen unnötigen Bewegungsdrang verspürt. Wenn möglich, gib deinem Pferd eine Box oder einen eingezäunten Platz, an dem es sich ausruhen kann. Ruhe ist auch für den Heilungsprozess von Sehnen, Bändern oder Hufen entscheidend, denn Bewegung bei akuten Verletzungen kann den Zustand verschlechtern oder sogar neue Schäden hervorrufen. Mit einer sorgfältigen Betreuung stellst du sicher, dass dein Pferd die ersten Tage nach einer Verletzung bestmöglich unterstützt wird.
| Verletzungsart | Anzeichen | Empfohlene Maßnahmen |
|---|---|---|
| Hufgeschwüre | Unempfindlichkeit bei Druck, sichtbare Rötung | Beobachten, kühlen, Tierarzt konsultieren |
| Springermembran-Verletzungen | Bewegungseinschränkung, Schmerz beim Bewegen | Schonung, Tierarzt hinzuziehen, eventuell Verband |
| Muskelzerrungen | Schmerzhaftes Ziehen, Hinken | Ruhe, vorsichtige Kontrolle, tierärztliche Untersuchung |
Hufpflege regelmäßig kontrollieren und verbessern
Die regelmäßige Kontrolle der Hufpflege ist ein entscheidender Schritt, um Lahmheiten vorzubeugen und das Wohlbefinden deines Pferdes zu sichern. Ein sauberes und gepflegtes Hufumfeld reduziert das Risiko von Infektionen und Unregelmäßigkeiten, die Schmerzen verursachen können. Dabei solltest du nicht nur auf den Bodenbelag achten, sondern auch auf mögliche Risse, Fremdkörper oder Anzeichen von Hufkrankheiten.
Insbesondere beim Entfernen von losem Schmutz sowie bei der Überprüfung des Hufschutzes kannst du frühzeitig Veränderungen feststellen. Sofortige Maßnahmen bei kleineren Auffälligkeiten können größere Probleme verhindern. Wird eine Veränderung im Huf bemerkt, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Hufschmied oder Tierarzt hinzuzuziehen. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen außerdem, Abnutzungserscheinungen oder ungleichmäßiges Ablaufen rechtzeitig zu erkennen.
Eine gezielte Verbesserung der Hufpflege umfasst auch die richtige Anwendung von Pflegemitteln und das Vermeiden falscher Schnitte. Bei schlecht gepflegten Hufen steigt die Gefahr von Verletzungen innerhalb des Hufbereichs. Daher sollte die Pflege proaktiv erfolgen, um sicherzustellen, dass dein Pferd stets gesunde Hufe hat, auf denen es problemloser gehen kann. So trägst du aktiv dazu bei, langfristig ärgerliche Komplikationen zu vermeiden und hältst dein Tier belastbar und mobil.
Lahmheit vorbeugen durch Training und Pflege
Um die Gefahr einer Lahmheit beim Pferd zu reduzieren, ist eine konsequente vorbeugende Pflege in Kombination mit gezieltem Training sehr wichtig. Regelmäßige Bewegung fördert die Muskulatur um die Gelenke und Sehnen, was dazu beiträgt, Überbelastungen und Muskelverspannungen zu vermeiden. Dabei sollte das Training abwechslungsreich gestaltet sein, um unterschiedliche Muskeln zu aktivieren und so eine ausbalancierte Kondition zu gewährleisten.
Ebenso wichtig ist die tägliche Kontrolle der Hufe sowie eine sorgfältige Hufpflege. Saubere und intakte Hufe sind die Grundlage für eine schmerzfreie Bewegung. Das Beschneiden durch einen erfahrenen Hufschmied sorgt dafür, dass ungleichmäßiger Abrieb vermieden wird, wodurch chronische Beschwerden vermieden werden können. Auch das Anpassen von Hufschuhen bei Bedarf trägt dazu bei, die Belastung optimal zu verteilen.
Weiterhin empfiehlt es sich, das Pferd regelmäßig an wechselnden Untergründen zu arbeiten. Verschiedene Bodenarten wie Sand, Wiese oder Waldboden schonen die Gelenke und fördern die Fußmuskulatur. Ergänzend zu diesem Umfeldtraining kann gezielt vorsichtiges Balancetraining helfen, die Stabilität und Koordination des Tieres zu verbessern. Durch diese Maßnahmen wirst du langfristig die Belastbarkeit deines Pferdes steigern und Lahmheiten vorbeugen, bevor sie überhaupt entstehen.
